Inkas
Klatsch & Tratsch
Mit anderen Augen

Kinder. Gemocht habe ich sie schon immer irgendwie, aber so richtig viel anfangen konnte ich früher mit ihnen nicht. In meinen Augen waren sie einfach süße (und manchmal auch weniger süße) kleine Menschen, die laut sein konnten, viel sabberten und ständig alles runter schmissen. Klar hab ich als Teenager auch mal Babysitting gemacht, war ja leicht verdientes Geld. Die Kids schliefen und ich saß gemütlich auf der Couch bei Chips und TV. Ok, zwischendurch musste ich ein Kind auch mal wieder ins Bett scheuchen. Zum Glück waren sie recht pflegeleicht. Doch viel mehr wusste ich nicht mit ihnen anzufangen. Puppen spielen war irgendwie peinlich und sich für ein Baby zum Horst machen auch. Typisch Teenager eben. Ich war nicht wie andere Mädels, die vor Verzückung anfingen, in den höchsten Oktaven zu fiepsen, wenn sie ein Baby zu Gesicht bekamen.

Sie waren süß, hatten ihre Daseinsberechtigung und das war es dann auch für mich. Eigene Kinder? Ach, ich weiß nicht. Was macht man denn den ganzen Tag mit so einem Knirps? Ne, ich glaube, ich lass das mal. Auch in Filmen schmerzte mir das Herz eher, wenn einem Tier ein Leid widerfuhr, als wenn es einem Menschen schlecht ging. Den Schauspielern passierte ja nichts, dachte ich dann immer nüchtern.

Mit anderen Augen

Je älter ich wurde, desto mehr dachte ich dann über eigene Kinder nach. So ein kleiner „Mini-Me“ wäre eigentlich doch ganz schön. Bedingungslose Liebe, ein richtiges Abenteuer und etwas, in dem ein Stück von dir weiterlebt. Als der richtige Mann in mein Leben kam, wurde dieser Gedanke zum echten Wunsch. Zum Glück erging es ihm auch so und schon bald bekamen wir unseren kleinen Knirpsi.

Dass sich meine Welt ändern würde, habe ich mir schon gedacht. Doch, dass es „so“ sein würde, nicht. Plötzlich sieht man vieles mit anderen Augen. Ich ertappe mich immer wieder, wie ich andere Babys mit verträumten Blick ansehe. Kinderschicksale im Fernsehen treiben mir ständig Tränen in die Augen und ich möchte jedes hungernde Kind der Welt retten. Und wehe jemand zeigt mir winzige Babyfüsschen… Ich erkenne meine Stimme nicht wieder. Die höchsten Oktaven, die es gibt, sind nichts dagegen. Zum Horst machen für meinen Junior? Hey, ich bin Madam Horstine, sehr erfreut! Verrückt, was so ein kleines Wesen mit einem anstellt. In solchen Momenten muss ich über mein Teenager-Ich lächeln und freue mich, das Abenteuer „Baby“ gewagt zu haben. Sie sind immer noch ein Mysterium und ich wundere mich jeden Tag darüber, wieviel Liebe man für so einen kleinen Menschen fühlen kann. Es ist das Beste, was mir passieren konnte.

Mone

Ich bin gebürtige Hamburgerin mit portugiesischen Wurzeln und in der Onlinewelt zu Hause. Ich schreibe für verschiedene Online-Magazine und Portale überwiegend über Themen aus Lifestyle, Cars und Marketing. Darüber hinaus arbeite ich bereits seit über 10 Jahren als Model und habe eine große Leidenschaft: das Backen von Motivtorten.

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